The required future of learning in the New Normal

Robot Petter In Stormy Weathers

In der neuen post-pandemischen Welt, die gleichzeitig vor der vierten industriellen Revolution steht, haben sich viele Manager oder Unternehmer noch keine Gedanken ├╝ber die Zukunft im weiteren Sinne gemacht: zum Beispiel ├╝ber die Zukunft des Arbeitsmarktes. Wenn es nicht so weitergeht wie bisher, welche erfolgskritischen F├Ąhigkeiten werden Unternehmen dann brauchen? Das ist die verborgene gro├če Frage f├╝r alle Beteiligten im Spiel. Es gibt zwar einige Untersuchungen zu diesem Thema (z. B. WEF 2020), aber jeder Unternehmer muss sich f├╝r seinen eigenen Zweck und USP damit auseinandersetzen. Eine zentrale Aufgabe f├╝r HR-Strategien.

Denn niemand scheint es genau zu wissen, es ist wie mit dem Toilettenpapier im Jahr 2020. Wer h├Ątte vorausgesagt, dass ausgerechnet dieser einfache Hygieneartikel knapp werden w├╝rde? Das Beispiel zeigte deutlich, dass unsere Gesellschaft bisher vor allem aus Erfahrung gelernt hat – mit Blick in die Vergangenheit, aber nicht in die Zukunft. Diese Erfahrung sollte uns aufr├╝tteln, neue Wege zu gehen!

Deutsche Version downloaden

 

Derzeit behaupten Forscher, dass die meisten Berufe, die mit Dienstleistungen zu tun haben, aus dem Markt gedr├Ąngt werden. Wir k├Ânnen dies selbst sehen. Das betrifft zun├Ąchst Berufe wie Computerbediener, Sekret├Ąrinnen, Telemarketer, Maschinenbediener, B├╝roangestellte, Dateneingabeassistenten und ├Ąhnliche Berufe, die heute einen gro├čen Teil des Arbeitsmarktes ausmachen. Ihre Dienste werden nicht mehr ben├Âtigt werden, wenn digitale Assistenten, automatisierte Roboter oder schlanke Arbeitsabl├Ąufe so weiterwachsen wie heute. Unternehmen sind sehr darauf fokussiert, alle routinem├Ą├čig wiederholbaren und monotonen Arbeiten zu automatisieren und zu roboterisieren oder eine Vielzahl neuer Wege zu finden, um Daten zu melden oder zu verarbeiten, jetzt in beschleunigtem Tempo mit sozialer Distanzierung.

Siehe zum Beispiel den Erfolg von Zapier oder tosca, zwei Automatisierungsans├Ątze f├╝r den digitalen Arbeitsplatz. Beide k├Ânnen als Workflow-Automatisierungstools gesehen werden und werden mittlerweile sowohl von Start-ups als auch von KMUs oder Gro├čunternehmen zur Automatisierung ganzer B2C-Gesch├Ąftsprozesse eingesetzt. Was hier statt einer festungsartigen Robustheit hervorsticht, ist die Einfachheit bei der Aufzeichnung von Routinen oder der Anpassung von Zaps (also Workflows). Dies f├╝hrt zu enormen Agilit├Ątsvorteilen.

Das Ph├Ąnomen der Automatisierung, der Technologie und des Einsatzes von Robotern ist noch nicht weit verbreitet, aber wir sind ├╝berall im Prozess der Ver├Ąnderung. ┬áDer Zeitraum wird recht kurz sein. Im sehr einfach zu automatisierenden Bereich der manuellen und routinem├Ą├čigen B├╝roarbeit wird beispielsweise prognostiziert, dass bereits in den n├Ąchsten 4 Jahren ganze 15 % durch KI, IoT oder RPA (d. h. Software-Roboter) ersetzt werden. Das ist unsere nahe Zukunft: Schon 2025 werden wir dort sein.

Was bedeutet das f├╝r unsere Talententwicklung, die den Kern des Lernens einer Organisation darstellt?

Ein Beispiel: K├╝rzlich sahen wir in einer Bank eine ausgetrocknete Pipeline an ausgebildeten Kandidaten, die bereit waren, handlungsf├Ąhige Verantwortung im mittleren Management zu ├╝bernehmen. Dies stellte sich im Jahr 2020 als die kritische Ressource heraus, die f├╝r die Bew├Ąltigung des schnellen Wandels ben├Âtigt wird. Dies als Folge der Subprime-Krise von 2008, wo Tausende von Kadermitarbeitern als erstes verf├╝gbares Sparpotenzial entlassen wurden und sich beruflich neu orientierten. Diese Bev├Âlkerung fehlt nun, Jahre sp├Ąter.

Wie k├Ânnen wir also jetzt eine kritische Lernintensit├Ąt f├╝r den Wechsel zu neuen Aufgaben aufbauen und aufrechterhalten?

Haben wir Menschen nicht von Natur aus Angst vor Neuem und neigen dazu, nicht zuzustimmen?

Nun, neben dem Interesse an Sicherheit, Effizienz und Vertrautem sind es auch Neugierde, qu├Ąlende Ungewissheit und manchmal existenzieller Handlungsdruck, die uns zur Ver├Ąnderung treiben. So war die Erfindungsrate in Zeiten der Krise schon immer am h├Âchsten. Starke Not ist die Mutter der Erfindung. Es lohnt sich, die Auswirkungen der Pestepidemie auf die Innovationsrate, den Automatisierungsgrad und auf den Arbeitsmarkt zu erforschen.

robot pepper is optimistic about the future

Ich denke, wir treten gerade in eine wunderbare und herausfordernde Zeit ein!

Jede Evolution besteht darin, eine Vielzahl von Innovationen entstehen zu lassen, auch wenn man nicht wei├č, welche davon ├╝berleben werden.

Wissen wir das nicht? Wir k├Ânnen heute Innovationen systematisch gestalten, haben auch gelernt, den Innovationsprozess zu steuern. Viele Erfindungen werden trotzdem wieder verschwinden, zum Beispiel wenn die Reichweite oder der Kundenzugang fehlt. Aber wir haben gelernt, die Rate der generierten neuen Ideen, die Rate und Wahrscheinlichkeit des Scheiterns und die versunkenen Kosten zu optimieren. Die Innovationen, die sich aus einer Vielzahl von Einflussfaktoren bew├Ąhren, setzen sich in der Realit├Ąt des New Normal durch.

Ein Life-Hack f├╝r den Einzelnen ist also, sich aus seiner Komfortzone herauszuholen. Schauen Sie sich Kinder an! Sie sind neugierig, unvoreingenommen, ihre Gehirne sind nicht durch schlechte Erfahrungen getr├╝bt. ┬áSie sind wie eine leere Schiefertafel. Man kann alles darauf schreiben. Kinder st├╝rzen sich bereitwillig in neue Dinge, sie spielen, sie st├╝rmen nach neuen Erfahrungen, um ihre Umgebung zu meistern. Schlie├člich sind sie dazu gezwungen, denn mit ihren (noch nicht vorhandenen) Erfahrungen kommen sie zun├Ąchst nicht weit. So betreten Kinder eine v├Âllige Ungewissheit mit nur etwas Startcode in den Genen – und laufen los. Wenn sie dabei st├╝rzen, sch├╝tteln sie sich und starten durch. Sie gehen weiter, ohne allzu sehr ├╝ber Sorgen oder Risiken zu reflektieren, und nehmen nebenbei die Erfahrungen zur Anpassung von Verhalten oder F├Ąhigkeiten auf.

Virtuelle Kommunikation

Wir m├╝ssen jetzt anfangen, von den Kindern zu lernen, denn wir haben keine Zeit mehr. Sie sind unsere besten Lehrer darin, wie man sich im Leben schnell anpassen kann. So ist es auch auf dem Arbeitsmarkt. Unternehmen brauchen kreative und gleichzeitig furchtlose Menschen mit einem flexiblen Geist, die schnell lernen k├Ânnen. Sie wollen keine Zeit, kein Geld und keine anderen Ressourcen mehr f├╝r langwierige Schulungen f├╝r ihre Mitarbeiter verschwenden, die an einer Position kleben. Sie wollen Ergebnisse wie erwirtschafteten Gewinn. Hinzu kommt jetzt die Notwendigkeit der Agilit├Ąt bei der Neukonfiguration als Reaktion auf pl├Âtzliche Ver├Ąnderungen in der Umgebung.

Die Beispiele machen deutlich: Bei aktueller und zuk├╝nftiger Ungewissheit ist es wichtig, narrative Strategien auf Hypothesen ├╝ber eine Zukunft zu gr├╝nden und gleichzeitig eine F├Ąhigkeit zur dynamischen Rekonfiguration aufzubauen. Unter VUCA-Bedingungen ist die Chance, richtig zu liegen, deutlich besser, als auf bew├Ąhrte zentrale Entscheidungen zu warten, die wiederum scheitern k├Ânnen.

Deshalb brauchen Unternehmen Menschen, die schnell und kontinuierlich lernen. Sprich, die in 15 Minuten bis maximal 1 Stunde lernen und das Wissen direkt an Ort und Stelle f├╝r Ergebnisse anwenden. So ist der Output enger mit dem Lernen verbunden und beweist permanent greifbare und immaterielle Verbesserungen in direkter Reaktion.

Unternehmen wollen im Kern eine Wertsteigerung, nicht Prozesse und Routinen. Die Zeiten, in denen man einfach nur einen Job macht, sind vorbei. Arbeitgeber brauchen mehr, sie wollen, dass Menschen kreativ sind und ihre Arbeitsweise schnell und selbstorganisiert ver├Ąndern. So wird kontinuierliche Weiterbildung zum neuen Trend und Formate wie Microlearning bahnen sich ihren Weg in die E-Learning-Landschaft. Lebenslanges Lernen wird vor allem in der Online-Arbeitswelt wichtig, wenn Agilit├Ąt zum Standard wird, und das nicht nur im Business. Schlie├člich werden schon heute Maschinen auf Abruf gebucht und die Kapazit├Ąten von Betriebsanlagen werden gemietet oder sogar geteilt, statt sie zu besitzen, ebenso wie immer mehr Dark-Site-Wertstromfabriken. Warum sollte also nicht auch die Arbeitskraft der Menschen agil und flexibel nach Bedarf eingesetzt werden k├Ânnen, anstatt der einzige Fixkostenposten des Unternehmens zu bleiben und Ver├Ąnderungen zu l├Ąhmen? Im Ergebnis w├╝rde sich entlang vielf├Ąltiger Erfahrungen ein gesunder positiver Effekt auf die Breite der F├Ąhigkeiten entwickeln. Dies kann auf verschiedene Weise erreicht werden: durch kurzfristige Besch├Ąftigungsm├Âglichkeiten wie in den USA oder durch vermehrte Zeitarbeit oder Leiharbeit, wie sie unter anderem in der Automobilindustrie oder der IT bereits ├╝blich sind.

Sollte man in diesen Modellen eher Chancen sehen als reine Ausnutzung? Ich sehe zwei Seiten der Medaille. Weder die Unternehmen noch die Gesellschaft sind auf agiles Lernen weitgehend vorbereitet. In der heutigen Wirtschaft ist es nicht m├Âglich, selbst im New Normal zu verharren, weil Ver├Ąnderungsresistenz bei den Pandemien eine Frage von Leben oder Tod sein kann.

In Zukunft werden die Menschen immer dann kleinere Wissensfragmente direkt am Arbeitsplatz lernen, wenn sie sie brauchen. Sie werden lernen, nahtlos im virtuellen Raum zusammenzuarbeiten und die Barriere zwischen Arbeits- und Schulungsr├Ąumen wird verschwimmen. Denn dann ist die Lernbereitschaft am fishbone diagramh├Âchsten. Vergleichen Sie das mit „schnell mal etwas googeln“, was ohnehin zum Lernen nebenbei f├╝hrt. Lassen Sie uns nun gef├╝hrte Lernressourcen aus dem Wissensk├Ârper des Unternehmens bereitstellen, der den USP der Firma begr├╝ndet. Die Leute werden sich die Zeit nehmen k├Ânnen, diese DNA des Unternehmens zu verinnerlichen, ohne dass die Leistung durch die nahtlose Zug├Ąnglichkeit beeintr├Ąchtigt wird. In diesem Sinne werden ein Firmen-Wiki und umfangreichere Lernformate im virtuellen Raum und Inhalt zusammenwachsen.┬á F├╝r die Mitarbeiter wird sich ein solches hybrides Lernen wahrscheinlich in der Besch├Ąftigungsf├Ąhigkeit (ein Begriff f├╝r den Wert auf dem Arbeitsmarkt) und letztlich in Geld, Bef├Ârderung oder anderen Vorteilen auszahlen.

Six Sigma Value Stream MappingAndererseits reduziert ein solches Lern├Âkosystem das Risiko, dass Unternehmen eine Schl├╝sselqualifikation aus dem Prozess verlieren oder von einer Disruption getroffen werden. Eine echte Win-Win-Situation, denn in kleinen Fragmenten kann die Vielfalt der Lernreisen reicher sein und Elastizit├Ąt f├╝r Ver├Ąnderung und ├ťbernahme abseits tief spezialisierter Rollen bieten. Wir nennen das ein erweitertes T-f├Ârmiges Skillset.

Einige Unternehmen haben diesen Trend bereits erkannt und schneiden besser ab. Crottonville in der Unternehmenslandschaft von GE ist ein leuchtendes Beispiel f├╝r die F├Ârderung von Lernen und Ver├Ąnderung bei F├╝hrungskr├Ąften und Top-Managern in einem riesigen Unternehmen, in dem Agilit├Ąt trotz Gr├Â├če eine Herausforderung ist.

In naher Zukunft werden alle Unternehmen ihren Mitarbeitern solche Initiativen anbieten m├╝ssen, oder sie bleiben zur├╝ck. Wir haben uns l├Ąngst von einer Dienstleistungs- zu einer Wissensgesellschaft entwickelt. Je fortschrittlicher Unternehmen im organisatorischen Lernen sind, desto flexibler k├Ânnen sie reagieren und desto weniger anf├Ąllig sind sie f├╝r die Unsicherheit des Marktes oder der Wirtschaft. Denn sie werden auf Ver├Ąnderungen und Reaktionsf├Ąhigkeit vorbereitet sein. Vorbereitung ist 80 % des Erfolgs.

Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich bereits in diesem dynamischen Arbeitsrahmen. Welche Gef├╝hle haben Sie? Leidenschaft, der Wunsch, dabei zu sein, oder Angst und Unsicherheit?

So, das waren meine Gedanken in Bezug auf neues Lernen und ben├Âtigte F├Ąhigkeiten in einem New Normal. Wenn dieses Thema f├╝r Sie interessant erscheint, beteiligen Sie sich bitte an der Diskussion und tragen Sie Ihre Ideen bei. Ich freue mich darauf, mit Ihnen zu diskutieren.

Wir sehen uns in den n├Ąchsten Beitr├Ągen.

 

 

Katrin Terzi

Ekaterina Terzi, Personalentwicklung bei M.B.U. Digital Change Partners

 

BaFa Beratung durch M.B.U. Digital Change Partners

Andreas Niese, CEO der M.B.U. Digital Change Partners
https://go-mbu.com

Hier geht’s zum Download f├╝r das PDF Ôćô

Deutsche Version

Englische Version

 

 

Photo White robot human features by Alex Knight on Unsplash
Photo 5aiRb5f464A by Jo Szczepanska on Unsplash
Photo Virtual meeting room by M.B.U. in cooperation with WBS Akademie
Zur├╝ck